Neujahrsvorsätze: Sind sie nur Schall und Rauch?

Nicht einmal die Hälfte wird tatsächlich umgesetzt

Gut die Hälfte der Bundesbürger fasst regelmäßig gute Vorsätze für das kommende Jahr. So nahmen sich für dieses Jahr viele vor, ihr persönliches Stresslevel zu verringern, mehr in die eigene Gesundheit zu investieren, sparsamer und nachhaltiger zu konsumieren, aber auch mehr Zeit für andere zu haben.

Innerhalb der Bevölkerung waren es dabei vor allem die jungen Erwachsenen, die ihr Leben ändern wollten. Etwa dreimal so häufig hatten sie das Ziel, mehr Fokus auf die Karriere zu legen, etwas Neues zu lernen oder mit Altem abzuschließen ­– sei es endlich auszuziehen, eine Beziehung zu beenden oder den Job zu wechseln. Zudem wollten sie doppelt so oft ihre Zeit am Smartphone, PC oder vor dem Fernseher einschränken, seltener Zucker und Alkohol zu sich nehmen oder mehr Sport treiben.

Deutlich geringer waren dagegen die guten Vorsätze bei Ruheständlern und Jungsenioren, die mit ihrem Leben mehr oder weniger im Reinen sind und kaum Veränderungen wollen.

Die Neujahrsvorsätze der Bundesbürger

Von je 100 Befragten hatten sich für dieses Jahr vorgenommen:

  
Gesundheitliche Ebene 
      Mehr Bewegung / Sport18,5
      Abnehmen15,9
      Weniger Süßigkeiten12,8
      Weniger Fleisch essen8,0
      Mehr Schlafen7,4
      Mit Rauchen aufhören5,5
      Weniger Alkohol5,3
Persönliche Ebene 
      Stress reduzieren19,6
      Mehr Zeit für mich14,7
      Ausmisten / Ordnung halten8,0
      Traum verwirklichen6,1
      Weniger Medienkonsum5,7
      Etwas Neues lernen5,7
      Mit Altem abschließen5,5
Soziale Ebene 
      Mehr Zeit für Familie / Freunde10,3
      Öfter lächeln7,0
Wirtschaftliche Ebene 
      Geld sparen12,1
      Fokus auf Karriere5,0
Umweltebene 
      Nachhaltiger konsumieren9,7
      Weniger Müll produzieren8,5

Unabhängig vom Alter stellt sich bei allen Neujahrsvorsätzen die Frage, welche hiervon tatsächlich auch umgesetzt werden. Und hier zeigt sich für die vergangenen zwölf Monate ein recht desillusionierendes Bild: Von den 20 häufigsten Vorsätzen wurden lediglich sechs von wenigsten der Mehrheit auch umgesetzt. Am ehesten schafften es die Bürger, weniger Fleisch zu essen, das eigene Müllaufkommen zu reduzieren, auszumisten oder mehr Fokus auf soziale Beziehungen und die Karriere zu legen.

Deutlich weniger erfolgreich waren die Vorsätze, gesünder zu leben, den eigenen Stresslevel zu verringern oder einen lang gehegten Traum zu verwirklichen. Und nicht einmal jeder Fünfte schaffte es, seinen eigenen Medienkonsum zu reduzieren. Gerade das Smartphone war und ist aus dem Alltag vieler nicht mehr wegzudenken und ein bewusster Konsum bedarf mehr als einen guten Vorsatz.

Tatsächlich umgesetzte Neujahrsvorsätze

Von je 100 Befragten, die sich etwas vorgenommen hatten, haben dieses auch umgesetzt:

  
Gesundheitliche Ebene 
      Weniger Fleisch essen59,0
      Mehr Bewegung / Sport44,0
      Weniger Alkohol38,0
      Mehr Schlafen28,0
      Weniger Süßigkeiten27,0
      Abnehmen23,0
      Mit Rauchen aufhören20,0
Persönliche Ebene 
      Ausmisten / Ordnung halten54,0
      Mit Altem abschließen 49,0
      Mehr Zeit für mich44,0
      Stress reduzieren33,0
      Etwas Neues lernen30,0
      Traum verwirklichen20,0
      Weniger Medienkonsum18,0
Soziale Ebene 
      Mehr Zeit für Familie / Freunde53,0
      Öfter lächeln43,0
Wirtschaftliche Ebene 
      Fokus auf Karriere52,0
      Geld sparen45,0
Umweltebene 
      Weniger Müll produzieren56,0
      Nachhaltiger konsumieren53,0

Fazit

Seine Vorlieben und Verhaltensweisen zu ändern ist meistens schwerer als gedacht. Zu attraktiv sind die Angebote und zu bequem die Gewohnheiten, als das sich diese einfach abstellen lassen. Doch es gibt durchaus Strategien, um die Chance auf eine dauerhafte Veränderung zu erhöhen. Am erfolgreichsten sind in der Regel diejenigen, die Ziele gemeinsam mit anderen angehen, sich vorher Alternativen zum eingefahrenen Verhaltensmuster überlegen und sich nicht zu viel vornehmen. Wer es dann noch schafft die alte Routine durch eine neue Routine zu ersetzen – z.B. zu einer bestimmten Zeit Sport zu treiben –, hat durchaus gute Chancen die gewünschten Veränderungen auch tatsächlich zu erreichen.